April 13

Ableismus 1×1

Wie einige von euch wissen, studiere ich Gebärdensprachen an einer Universität in Deutschland. Ein großer Teil davon sind auch die sogeannten Disability Studies, also Studien über Behinderte und ihr Leben in der Gesellschaft im Allgemeinen. Ich will nicht sagen, dass ich eine Expertin auf diesem Gebiet bin, aber ich weiß vielleicht ein paar Dinge mehr darüber als der Durchschnittsmensch. Und heute ist einer dieser Tage, an denen ich das Gefühl habe, dass ich etwas von dem Wissen, das ich erworben habe, mit euch teilen sollte. Vielleicht habe ich auch einfach mal wieder ein Instagram Reel gesehen, das mich wütend gemacht hat…

Was genau versteht man unter dem Begriff “Behinderung”?

Um über dieses Thema zu sprechen, müssen wir zunächst einige der Wörter definieren. Ich verwende hierbei die Begriffe aus dem Englischen, da es die deutsche Übersetzung nochmal anders erklärt werden muss. Jemand gilt als “able”(zu Deutsch “fähig”), wenn der Körper, in den er hineingeboren wurde, den Kriterien dessen entspricht, was die Gesellschaft als “gesund” und “normal” ansieht, was bedeutet, dass er nur aufgrund seines Körpers von der Gesellschaft in keiner Weise behindert wird (lassen wir Rassismus und Sexismus für diese Erklärung einmal außer Acht). “Disabled”(zu Deutsch “unfähig”, wird aber in dem Kontext im Deutschen nicht benutzt) also behinderte Menschen hingegen werden mit oder ohne etwas geboren, was ihnen die Teilnahme an unserer Gesellschaft erschwert.

Stellen wir uns also jemanden vor, der mit beiden Beinen geboren wird, der laufen, Treppen steigen und unabhängig sein kann. Jemand, der ohne oder mit gebrochenen Beinen geboren wird, kann nicht laufen, keine Treppen steigen und ist oft nicht so unabhängig, nicht wegen seiner Behinderung, sondern weil die Gesellschaft Menschen wie ihn oft vergisst. Sie baut Gebäude ohne Rampen, ohne behindertengrechte Toiletten oder sogar ohne Türen, die groß genug sind, damit ein Rollstuhl hindurchpasst. Und wegen dieser Dinge sind behinderte Menschen oft nicht in der Lage, unabhängig zu sein.

In Deutschland lautet die passendere Übersetzung von “disabled” nicht “unfähig” sondern “behindert”, was wörtlich so viel bedeutet wie “daran gehindert werden, etwas zu tun“. In diesem Fall wäre ein Rollstuhlfahrerin aus einem oder mehreren der oben genannten Gründe daran gehindert, ein Gebäude zu betreten. Ihr Problem wäre in diesem Fall nicht ihr Rollstuhl, sondern die Tatsache, dass derjenige, der das Gebäude gebaut hat, nicht daran gedacht hat, wie eine Rollstuhlfahrerin es betreten könnte. Und das ist das allgemeine Problem, mit dem behinderte Menschen im Leben konfrontiert sind, egal welche Art von Behinderung sie haben.

Was ist Ableismus?

Im vorhergehenden Abschnitt, haben wir versucht Rassismus und Sexismus außen vor zu lassen, da die Konzepte bei der Erklärung der Begrifflichkeiten nur hinderlich gewesen wären. Dennoch denke ich, dass ihr deren Definition wohl alle bereits kennt. Behindertenfeindlichkeit auch Ableismus(inspiriert vom englischen Begriff ableism) ist sehr ähnlich, nur dass die Minderheitengruppe, die diskriminiert wird, in diesem Fall behinderte Menschen sind. Diese Diskriminierung kann sehr offensichtlich aussehen, indem zum Beispiel jemand wegen seines “seltsamen Starrens” gemobbt wird, weil die Person vielleicht völlig blind ist und somit nichts hat, worauf sich ihre Augen konzentrieren können. Sie kann aber auch weniger offensichtlich sein, denn manchmal wissen die Menschen gar nicht, dass sie sich ableistisch verhalten.

Ein gutes Beispiel für diese Art von Verhalten hat mich ursprünglich dazu veranlasst, diesen Beitrag zu schreiben, ein weiteres Video auf Instagram. Wie ihr sicher wisst, wurden bereits verschiedene Hilfsmittel entwickelt, die behinderten Menschen helfen sollen, unabhängiger zu leben. Der Rollstuhl ist eines der offensichtlichsten, aber es gibt noch viele andere. Eine Erfindung, die mir in den Sinn kommt, ist ein Teller, der einige Hohlräume und einen kleinen Stöpsel hat, zwischen dennen man das Essen plazieren kann. Er wurde entwickelt, um Menschen, die nur eine Hand oder einen Arm zur Verfügung haben, die Möglichkeit zu geben, ihr Essen ohne die Hilfe einer anderen Person zu schneiden.

Aber diese beiden Gadgets scheinen mir sehr offensichtlich und selbsterklärend zu sein, und es sieht so aus, als gäbe es noch andere, die wiederum die Leute verwirren. Kürzlich sah ich ein Video einer Köchin, die sich über ein Gerät lustig machte, das ich am besten als Eierknacker beschreiben kann, aber einer, das die Arbeit für einen erledigt. Man legt ein Ei in die richtige Position, ergreift den Griff und drückt ihn nach unten, woraufhin Die Eierschale geknackt wird und das rohe Ei in die Pfanne fällt, wo es gekocht werden kann. Die Köchin in dem Video hat den Eindruck erweckt, als sei das eine “unnötige Vorrichtung” und es wäre viel einfacher, ein Ei mit den Händen aufzuschlagen, “das braucht nur etwas Übung”. Das ist schlichtweg ableistisches Verhalten, denn nicht jeder hat die Geschicklichkeit oder die richtigen Körperteile, um ein Ei auf diese Weise aufschlagen zu können. Sich also über hilfreiche Erfindungen lustig zu machen, ist sehr diskriminierend, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass die Köchin aus dem Video gar nicht daran gedacht hat, welchen Zweck dieses Gerät eigentlich hat.

Gadgets, die behinderten Menschen nützen, können uns allen nützen

Diese indirekte Form von Behindertenfeindlichkeit ist oft auf einen Mangel an Bildung zurückzuführen, wie dies bei vielen anderen Dingen auch der Fall ist. Die Leute wissen oft einfach nicht, dass einige Geräte mit Blick auf behinderte Menschen erfunden wurden und denken deshalb oft gar nicht an diese Möglichkeit. Und nicht alle dieser Erfindungen kommen nur Behinderten zugute, viele von ihnen kommen eigentlich allen in der Gesellschaft zugute. Ich möchte euch nun einige Beispiele nennen.

Seitdem TikTok seinen Höhepunkt erreicht hat und Instagram im Grunde versucht, seine Funktionen zu kopieren, sind kurze videobasierte Inhalte heutzutage der letzte Schrei. POV, Untertitel, Sprache-zu-Text und Spracherkennung sind bereits Teil unseres täglichen Lebens, aber haben wir auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, wie viele dieser Funktionen eigentlich behinderten Menschen mehr helfen als uns? Untertitel wurden vielleicht nicht für Gehörlose entwickelt, aber sie helfen ihnen, sich mit solchen Medieninhalten zu beschäftigen, die ihnen sonst nicht zur Verfügung stünden. Sprache-zu-Text erleichtert blinden Menschen das Schreiben von Texten in digitaler Form, und Hörbücher gibt es im Grunde nur dank Blinden.

Bordsteinabsenkungen, die ich seit letztem Jahr als stolzer Besitzer eines neuen Rollers oft benutze, wurden entwickelt, um Rollstuhlfahrern das Überqueren der Straße zu erleichtern. Schreibmaschinen wurden ursprünglich entwickelt, um blinden Menschen das Schreiben von Briefen zu erleichtern, als das noch populär war 😉 Sogar elektrische Zahnbürsten wurden entwickelt, um dennen mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten zu helfen, und diese Liste könnte noch eine ganze Weile weitergehen, aber ich denke, ich habe meinen Standpunkt klar gemacht.

Fin

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag ein wenig mehr Bewusstsein schaffen und die Menschen über Themen aufklären kann, die zumindest zu meiner Schulzeit leider niemandem ein Begriff waren. Behinderte Menschen gibt es in unserer Gesellschaft, sie sind ein Teil von ihr und sollten auch als solcher behandelt werden. Wenn ihr also das nächste Mal etwas in die Hand nehmt, das euch nutzlos erscheint, denkt, bevor ihr es wegwerft oder euch darüber lustig macht, darüber nach, wie es anderen Menschen helfen könnte. Wer weiß, vielleicht entsteht in eurem Kopf sogar eine Idee für ein neues Gerät welches Menschen helfen kann und vielleicht in Zukunft so beliebt sein wird, dass jeder es benutzt. Ich denke, wir sollten einfach öfter an andere Menschen denken, dann würden einige der Probleme, die wir auf der ganzen Welt haben, verschwinden.

Liebe Grüße
The Mad Hattress

März 30

Sketch A Day – Zeichen-App von Künstlern für Künstler

Einmal am Tag etwas zu skizzieren ist ein tolles Konzept! Es kann dir nicht nur helfen, dich durch Übung zu verbessern, sondern auch, das tägliche Zeichnen zu einem Teil deiner Routine zu machen. Aber es gibt Probleme dabei, denn manchmal weiß man einfach nicht, was man zeichnen soll, oder man zeichnet immer wieder die gleichen Dinge. Ein Freund von Slowly (eine weitere großartige App, die ich sehr empfehlen kann!) hat mir von dieser App namens “Sketch A Day” erzählt, die ich euch heute hier vorstellen und ein wenig rezensieren möchte 🙂

Sketch A Day sieht im Grunde wie eine Light-Version von Instagram aus, wo man Bilder hochladen kann und andere Leute sie liken oder kommentieren können. Aber wenn du tiefer in die Funktionen der App eintauchst, wirst du sehen, dass sie ganz anders ist, weil sie mit Künstlern im Hinterkopf gemacht wurde. Wenn du ein Bild hochlädst, kannst du der App zum Beispiel sagen, welche Art von Medium du verwendet hast, damit deine Zeichnung später entsprechend sortiert und von den Leuten gefunden werden kann, die genau das mögen. Dabei kann man zwischen bekannteren Medien wie Digital, Bleistift oder Tusche wählen, aber man hat auch noch viele weitere Optionen wie Gouache, Kohle oder Pastell. Man kann auch über die Referenz sprechen, die verwendet wurde, wenn das der Fall war. Das habe ich vor allem genutzt, um neue coole Tutorials zu finden und zu teilen. Aber der größte Vorteil der App sind die sogenannten Prompts, also täglich neue Ideen was man zeichnen könnte!

Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es Tage, an denen man auf ein weißes Blatt Papier oder einen weißen Bildschirm schaut und der Kopf leer ist. Ein solcher Prompt kann dir nicht nur das Anfangen erleichtern, sondern dich auch dazu bringen, Motive und Stile auszuprobieren, an die du selbst vielleicht nie gedacht hättest. Die Ideen können auf viele verschiedene Arten interpretiert werden, was es zu einer spannenden Herausforderung macht, sich etwas Interessantes einfallen zu lassen. Eine solche Idee könnte z. B. das Wort “Geschichte” sein, was manche Leute sofort an ein Märchenbuch denken lässt. Andere denken vielleicht an ihre Lieblingsgeschichte und zeichnen etwas daraus, wieder andere zeichnen einen Geschichtenerzähler.
Ein Prompt, welcher mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, war “Symbol”, denn das kann fast ALLES sein! Es könnte ein Symbol sein, das den Leuten zeigt, wo die Toiletten sind, es könnte sich auf etwas beziehen oder ein Gefühl symbolisieren. Schließlich entschied ich mich dafür, die Gebärde zu zeichnen, das ich schon oft als Symbol für die Gebärdensprache im Allgemeinen gesehen habe. Es ist eigentlich die internationale Gebärde für “Ich liebe dich”, das oft von gehörlosen Prominenten verwendet wird, wenn sie für ein Foto posieren. Aber das zu zeichnen war schwieriger, als ich dachte… Ich bin von einer realistischen Hand zu einer Emoji-Hand übergegangen und habe ein Emoji-Herz hinzugefügt, aber die digitale Leinwand sah immer noch leer aus. Also habe ich verschiedene Dinge ausprobiert und am Ende etwas geschaffen, das an alte Comics erinnert. Ich glaube nicht, dass ich jemals auf diese Idee gekommen wäre, wenn es die App nicht gegeben hätte.

Hier einige Zeichnungen von mir zu den Themen: Fliegen, Atmoshphere, Massage und Käfer 😉

Es gibt auch die Möglichkeit, Goldmitglied zu werden, was ich persönlich noch nicht ausprobiert habe, aber ich möchte trotzdem darüber sprechen. Eine der Funktionen, die man durch die Anmeldung erhält, ist die Möglichkeit, ein Künstlerprofil zu erstellen, was im Grunde bedeutet, dass man ein Hintergrundbild, eine Beschreibung und alles andere zu seinem bereits bestehenden Profil hinzufügen und seine Kunstwerke dort besser präsentieren kann. Das klingt für mich etwas… wenig überzeugend, wenn man bedenkt, dass ich fast alle diese Dinge auf Instagram kostenlos machen kann. Die andere Funktion, die einem zur Verfügung stehen wird, ist das Chatten mit anderen Mitgliedern, was man zwar auch auf Instagram tun könnte, aber lasst mich ausreden! Denn das ist eigentlich die Funktion, die ich am liebsten hätte und die mich schon manchmal überlegen ließ, ob ich mich anmelden soll xD Denn im Vergleich zu Instagram, das im Grunde jeder nutzen kann, gibt es auf Sketch A Day nur Künstler, viele verschiedene mit vielen verschiedenen Stilen. Und mehr als einmal habe ich mir gewünscht, jemanden fragen zu können, wie er etwas gezeichnet hat. Und ich habe das Gefühl, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hätten sie mir geantwortet.

Aber auch ohne diese Funktionen finde ich, dass die App immer noch empfehlenswert ist! Eines der Dinge, die mir zusätzliche Motivation geben, ist mein Streakmeter, der mir anzeigt, wie viele Tage in Folge ich eine Zeichnung hochgeladen habe. Manchmal kann es stressig sein, eine Idee zu haben, die von dem Prompt inspiriert ist, aber man kann immer sehen, was für ein Prompt am nächsten Tag kommt, und wenn man eine Werbung anschaut (was manchmal funktioniert, aber manchmal aus irgendeinem Grund nicht), sieht man alle kommenden Prompts für den Rest der Woche. Auf diese Weise kann man zumindest darüber einen Tag vorher schonmal darüber nachdenken, was man als nächstes zeichnen könnte, was ich sehr hilfreich finde^^ Außerdem gibt es eine Art Bibliothek mit Texten, die andere Mitglieder über das Zeichnen geschrieben haben. Vor kurzem habe ich einen Text darüber gelesen, wie man Haare richtig zeichnet. Ich bin immer noch nicht in der Lage, es zu tun (weil ich schlecht bin, schätze ich xD), aber ich denke, es ist cool, diese Art von Wissenssammlung dort zu haben.

Alles in allem scheint diese App von Künstlern für Künstler gemacht zu sein, es ist eine Möglichkeit, sich mit einer kreativen Gemeinschaft zu verbinden und sich nicht nur von ihnen inspirieren zu lassen, sondern auch zum Zeichnen zu motivieren. Sie gibt einem Ideen und Hinweise, die einen dazu bringen, täglich zu zeichnen und so zu üben und mit der Zeit besser zu werden. Ich habe das Gefühl, dass es für jemanden, der vielleicht noch etwas unsicher ist (wie ich), was seine künstlerische Arbeit angeht, einfacher ist, seine Kunst mit anderen zu teilen, denn bisher habe ich noch nie einen schlechten Kommentar oder kein “Gefällt mir” für ein Bild bekommen. Es könnte also ein guter erster Schritt sein, bevor man eines Tages zu einer anderen App wechselt. Daher würde ich sie Anfängern sehr empfehlen, aber ich sehe auch nicht, warum ein professioneller Künstler keinen Spaß daran haben sollte. Ich denke, diese App ist für jeden geeignet, der gerne visuell etwas gestaltet. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und es ausprobieren wollt, könnt ihr das hier auf Android– und hier auf Apple-Geräten tun 🙂 .

Liebe Grüße
The Mad Hattress

März 16

Papergang – Ein Jahr später

Ihr kennt sicher alle meine monatlichen Berichte über die Papergang Mystery Boxen, jetzt ist es schon ein Jahr her, dass ich sie abonniert habe und ich denke, das ist einen besonderen Bericht wert 😉 Ich habe eigentlich schon einen Halbjahresbericht gemacht und mein Urteil nach einem halben Jahr war eigentlich, dass ich mein Abo kündigen müsste, wenn die letzten Boxen des Jahres es nicht schaffen, mich umzuhauen. Mal sehen, ob sie das am Ende geschafft haben oder nicht!

Das ist KEIN offizielles Design von OhDeer oder Papergang, sondern eine Intrepretation ihrer alten Designs passend zum Thema dieses Posts von mir selbst 🙂

Ein Thema, das ich bereits aus dem Weg räumen kann, ist der Brexit. Er hat mich in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 eine Menge Nerven gekostet, denn zunächst gingen viele meiner Boxen verloren oder wurden nach Großbritannien zurückgeschickt und als sie schließlich geliefert wurden, musste ich extra bezahlen, VIEL. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, warum das so war, könnt ihr das in meinem anderen Beitrag nachlesen. Aber zum Glück hat das Team hinter dem Papergang-Abo einen Weg gefunden, das Problem zu lösen, das sie gar nicht erst selbst verursacht hatten. Deshalb möchte ich es in meiner Rezension auch gar nicht berücksichtigen. Es ist dieses eine Mal passiert und es wurde behoben, es hätte besser mit den Kunden kommuniziert werden können, aber alles in allem haben sie ihr Bestes getan 🙂 .

Ich werde mich in diesem Rückblick hauptsächlich auf die Punkte konzentrieren, die ich bereits in meinem Halbjahresrückblick kritisiert habe und ob sie sich verbessert haben oder nicht. Beginnen wir mit meiner Fixierung auf ein Thema in den Papergang Boxen 😛 Wenn ich die Papergang neben der Scrawler Box vom Oktober 2021 betrachte, muss ich sagen, dass die Scrawler Box viel besser zu meinen Wünschen passte, weil sie ein klares Ziel vor Augen hatte: Die Bereitstellung von Utensilien, die man für ein bestimmtes Projekt benötigt. Und das hat mir gut gefallen, sie haben sogar den Künstler aus der Box eine Zeichnung mit genau diesen Dingen anfertigen lassen.
Aber mit Papergang ist es nicht so einfach, da es nicht wirklich mit Kunst zu tun hat. Aber trotzdem finde ich, dass es in vielen Boxen ein größeres Thema hätte geben können. Zum Beispiel hätte man sich auf ein Set zum Schreiben von Briefen an Freunde konzentrieren und versuchen können, Utensilien auszuwählen, die bei dieser speziellen Idee hilfreich wären. Oder die Konzentration auf das Notizen und das Notieren allein. Was ich nach einem Jahr Papergang beobachtet habe, ist, dass sie es eher wie eine Nachfüllbox für Schreibwaren behandeln, die man mit der Zeit sowieso aufbrauchen wird. Man bekommt in fast jeder Box einen Bleistift und Haftnotizen, aber nur einmal in 12 Boxen ein Federmäppchen, weil das nicht so schnell verbraucht wird. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Dinge, die ich in den Boxen bekomme, weniger zufällig anfühlen. Nur eine Nachfüllbox sein, wird der Idee hinter Papergang nicht gerecht.

Kunst ist ein großes Thema, wenn es um Papergang im Allgemeinen geht. Dadurch, dass Papergang für jede neue Box mit einem Künstler zusammenarbeitet und wirklich nur exklusive Artikel enthält, die von dessen Entwürfen inspiriert sind, hebt sich Papergang ab, und ich halte das für eine brillante Idee. Aber es könnte noch viel besser werden, wenn sie tatsächlich ihre Kunst einbeziehen würden. Ich weiß, dass sie nicht gerne Kunstwerke einbinden, weil sich die Leute darüber beschweren würden, dass es keine Schreibutensilien sind und keinen praktischen Nutzen haben. Aber ich habe das Gefühl, dass der Versuch, das Design eines Künstlers auf einen Stift zu bekommen, oft nicht funktioniert, weshalb ich manchmal denke, dass die Zusammenarbeit nicht viel wert ist. Nicht, weil die Künstler nicht gut sind, sondern weil wir nicht einmal wirklich etwas von ihnen bekommen. Die meisten Bleistifte sind nur in einer Farbe erhältlich, die zu dem Kunstwerk auf der Vorderseite der Schachtel passt, Planer sind oft mit ihren Designs bedruckt, aber die meisten anderen Dinge sind es nicht. Ich habe das Gefühl, dass das eine Verschwendung ist, und es könnte eine viel coolere Erfahrung sein, wenn wir tatsächlich ein paar Kunstwerke zum Behalten bekämen oder versuchen würden, ihre Designs besser in die Nachfüllpackungen, die wir bekommen, zu integrieren.

Der Kundenservice war ein negativer Punkt in meinem Halbjahresbericht. Ich gebe zu, das lag vor allem daran, dass ich mich ein bisschen darüber geärgert habe, dass ich eine coole Entschädigung erwartet habe und nur ein paar zufällige Karten bekommen habe und Zufälligkeit in diesem Kontext ist, wie ihr wisst, überhuapt nicht mein Ding xD Aber alles in allem muss ich sagen, dass der Kundenservice großartig ist, man bekommt ziemlich schnell eine Antwort und sie versuchen, einem so schnell wie möglich zu helfen, sein Problem zu lösen. Ich habe sogar etwa die Hälfte der Mehrkosten für das Brexit-Problem erstattet bekommen, und zwar nicht mit einem Gutschein oder einer Gratisbox, sondern mit dem baren Geld, ohne dass Fragen gestellt wurden. Wenn ich eine Sache nennen sollte, die mir an Papergang am besten gefallen hat, würde ich sagen, dass es ihr Kundenservice ist. Auchwenn ich es noch lieber gesehen hätte, wenn ich mich nicht so oft an sie hätte wenden müssen xD

Das ist KEIN offizielles Design von OhDeer oder Papergang, sondern eine Intrepretation ihrer alten Designs passend zum Thema dieses Posts von mir selbst 🙂

Fazit
Ich muss leider sagen, dass es keine einzige Box mehr gab, die mich so sehr beeindruckt hat wie die Box aus dem Jahr 2020, die ich vor meinem Abo gekauft hatte. Ich habe diese Box irgendwie als Stellvertreter für das ganze Jahr der Papergangboxen im Jahr 2020 genommen und habe später sogar noch einige weitere aus diesem Jahr bekommen. Vielleicht waren die Themen in den Jahr 2021 einfach nicht meine persönlichen Favoriten oder die Künstler, mit denen sie zusammenarbeiten, entsprachen nicht meinem Stil. Leider war waren die meisten Boxen aus dem Jahr 2021 einfach nur langweilig, so dass ich mein Abonnement gekündigt oder besser nicht für 2022 verlängert habe. Obwohl ich es vermissen werde, jeden Monat eine Box zu öffnen und darüber zu sprechen, bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich einen Ersatz bekommen werde oder nicht. Ich würde nicht sagen, dass ich nie wieder eine Papergang-Box kaufen werde, denn ich habe immer noch Hoffnung, dass sie sich verbessern können und vielleicht, nur vielleicht, werde ich in Zukunft sogar wieder ein Jahresabo haben. Aber damit das passiert, müssten sie mich begeistern und ob das klappt werden wir sehen.

Liebe Grüße
The Mad Hattress

März 3

Papergangbox Januar 2022

Erinnern Sie sich, dass ich in der Rezension meiner letzten Papergang-Box von einem Abschied sprach? Nun, ich war vielleicht ein bisschen dramatisch, als ich das niederschrieb. Während ich diesen Beitrag schreibe, bin ich mir nicht sicher, ob mein Jahresrückblick von Papergang bereits hochgeladen wurde oder nicht, aber nur um das klarzustellen, ich habe tatsächlich mein Abonnement bei Papergang gekündigt. Das heißt aber nicht, dass ich keine Boxen mehr bekomme 😉 Im Grunde war mein Plan, nicht für ein ganzes Jahr Boxen zu bezahlen, von denen mich vielleicht 60% oder mehr langweilen, sondern ein Auge darauf zu haben, welche Boxen noch kommen und nur die zu kaufen, die mich wirklich interessieren. Das ist genau das, was ich mit dieser Box gemacht habe, also lasst uns gemeinsam einen Blick darauf werfen

Die Box dieses Monats scheint sehr von der Kalligrafie inspiriert zu sein, weshalb sie mir auch ins Auge gefallen ist. Kalligrafie ist etwas, das ich in meiner Freizeit gerne mache, und was ich auf den Bildern auf der Website gesehen habe, sah nach etwas Gutem aus. Die Box enthält einen geprägten Tagesplaner (gepunktet), einige ombre Haftnotizen, ein 6-seitiges Lineal mit Maßen und Markierungen für die Schrift, einen nachfüllbaren Füllfederhalter (der bereits gefüllt ist) und einen Kunstdruck.

Ich wollte diese Box vor allem wegen des Füllfederhalters kaufen. Auf den Bildern sah er wie ein hochwertiger Stift aus, von dem ich dachte, dass er speziell für Kalligraphie geeignet ist. Aber als ich die Box öffnete und einen Blick auf den Füller warf, war ich wirklich enttäuscht. Nicht nur, dass er sich sehr billig anfühlt und auch so aussieht, auch die Feder unterscheidet sich nicht von den Füllfederhaltern, die man in jedem Geschäft für die Schule kaufen kann. Ich hatte zum Beispiel einen Füller mit einer breiten Feder erwartet, oder eine Feder, die sich verbreitert, wenn man sie herunterdrückt, oder sogar mehrere Federn, die man austauschen kann. Aber was wir bekamen, war weniger beeindruckend als jeder normale Füllfederhalter, den man billig kaufen kann. Das Einzige, was mir gefiel, war, dass sich direkt unter der Schraublinie ein kleines Loch befindet, durch das man überprüfen kann, wie viel Tinte noch in der Patrone ist.

Die nächste Sache, über die ich etwas überrascht war, war die Tatsache, dass sie hier einen Kunstdruck hineingelegt haben. Ich erinnere mich, dass die Januar-Box des letzten Jahres ebenfalls einen Kunstdruck enthielt, der zwei Blumen zeigte. Ich erinnere mich auch daran, dass es nicht sehr gut ankam, da Kunst technisch gesehen nicht kein Büroartikel ist und die Leute, die Papergang abonniert haben, es nicht praktisch nutzen könnten. Dieser Druck ist nicht anders, außer dass er eine holografische Folie auf den Buchstaben hat. Ich habe auch das Gefühl, dass das Thema Schrift und Kalligrafie bei einem Kunstdruck mehr Möglichkeiten geboten hätte. Das ist natürlich eine persönliche Meinung von mir, aber ich finde, um jemanden in das Lettring einzuführen, hätte man verschiedene Schriftarten in unterschiedlichen Größen verwenden können. Selbst bei nur zwei Wörtern hätte man einige Verzierungen, verschiedene Farben und so weiter einbauen können. Der Text auf dem Papier fühlt sich sogar ein bisschen klein an, als ob etwas fehlen würde.

Der Rest der Box ist größtenteils in Ordnung, nichts, worüber ich lange reden könnte. Der Planer ist eine tolle Ergänzung für die erste Box des Jahres, da man ihn gleich für wichtige Termine nutzen kann und auch Haftnotizen sind immer relevant. Ich bin kein großer Fan der Designs, da man die Prägung auf dem Notizbuch kaum sehen oder fühlen kann und das gepunktete Design auf den Haftnotizen wirkt wie eine verpasste Gelegenheit, einige Hilfslinien für Leute einzubauen, die nach Erhalt dieser Box tatsächlich irgendwie inspiriert sind, Lettering oder eine andere Form der Kalligraphie anzufangen.

Das Einzige, was ich persönlich gerne benutze, ist das interessante Metalllineal. Es hat die Qualität, die ich von allen Artikeln erwartet habe, es fühlt sich stabil an, die Maße sind sehr gut ablesbar und mit seinen sechs verschiedenen Seiten kann es für viele verschiedene Dinge verwendet werden. Zum Beispiel, um eigene Hilfslinien auf Papier zu erstellen, um die Größe verschiedener Buchstaben zu messen und so weiter. Und es ist auch der einzige Artikel, der für mich wirklich etwas mit Kalligraphie zu tun hat.

Mein Fazit zu dieser Box ist, dass Papergang mich leider immer noch auf unterschiedliche Art und Weise enttäuschen kann. Diesmal war die Box nicht nur irgendwie langweilig, wie die meisten Boxen aus dem Jahr 2021 (weshalb ich mein Abo gekündigt habe), nein, sie fühlte sich fast schon trügerisch an. Denn ich glaube nicht, dass ich die Einzige war, die Erwartungen an eine solche Box hatte. Ich habe das Gefühl, dass mehr Artikel, die tatsächlich mit Kalligraphie zu tun haben, hätten enthalten sein sollen. Und die, die es sind, hätten von besserer Qualität sein sollen. Alles in allem habe ich das Gefühl, dass die Leute hinter Papergang hier mit nur einigen kleinen Änderungen ein soviel besseres Ergbenis hätten präsentieren können. Schade 🙁

Liebe Grüße
The Mad Hattress

März 1

Papergangbox Dezember 2021

Ende des letzten Jahres und auch Anfang 2022 war es etwas holprig, weshalb ich erst im Februar wieder in die Heimat zurückgekehrt bin, wo noch eine Papergang-Box auf mich wartete, um sie zu öffnen und zu rezensieren 😉 Also lasst es uns gemeinsam tun!

Die Dezember-Papierbandenbox hat ein Dschungel Thema, das einer anderen Box aus dem Jahr 2021 sehr ähnlich ist, aber der Inhalt ist ganz anders. Diese Box wirkt wirklich wie eine Vorbereitung auf das neue Jahr, denn sie enthält einen vollständig anpassbaren Wandkalender, zwei Paar verschiedener Stickerblättern, drei Textmarker mit zwei Enden, einen HB-Bleistift mit Goldfolie und einen A5-Schreibtischblock.

Die letzte Papergang Box des Jahres hat mich wirklich überrascht, da ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden hatte, mein Abonnement für 2022 nicht zu verlängern (mehr dazu in einem späteren Beitrag) und im Grunde nur darauf gewartet habe, dass es zu Ende geht xD Das mag vielleicht etwas hart klingen, aber fast alle der letzten Boxen haben mich irgendwie enttäuscht, so dass ich wirklich nicht erwartet habe, dass ich die meisten Sachen in der letzten Box, die ich für 2021 bekommen würde, lieben würde!

Ich mochte den Kalender wegen seines Designs, jede Seite hat ein Kalenderblatt auf einer Seite und eine schöne Zeichnung auf der anderen. Mein Geburtsmonat März hat eine Eule, worüber ich mich sehr gefreut habe! Das Kalenderblatt ist so individuell gestaltbar, dass man es sogar für ein anderes Jahr als 2022 verwenden könnte, wenn man vielleicht schon einen Kalender für das kommende Jahr zu Hause hat. Das liegt daran, dass nur die Zahlen auf das Papier gedruckt sind, die aber nicht mit irgendwelchen Tagen im Jahr verbunden sind, die werden mit den Aufklebern mitgeliefert oder man kann sie einfach von Hand reinschreiben.

Die Aufkleber können im Grunde genommen für jedes wichtige Ereignis im Jahr verwendet werden: Es gibt Luftballons für Geburtstage, Flugzeuge für anstehende Reisen, ein Bier und ein Weinglas für eine Party vielleicht? Es gibt auch einige weniger offensichtliche, wie Frage- und Ausrufezeichen, einige Smileys und einfach bunte Punkte. Neben den Tagesaufklebern gibt es auch welche mit der Aufschrift “Wichtig”, “Feiertag” und “Freier Tag”, alle in den passenden Farben zum schönen Kalender.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu den Stiften. Die Textmarker gibt es in einem sehr pastelligen Gelb, Blau und Rot. Ich habe gerade erst herausgefunden, dass sie doppelseitig sind, weil ich die Rezension gemacht habe und es in der Erklärung steht, aber visuell ist es nicht sehr offensichtlich xD Mit dem ebenfalls sehr pastellfarbenen Papier des Kalenders habe ich das Gefühl, dass sie vielleicht ein bisschen zu blass sind, um wirklich zu zeigen. Andererseits hätte es vielleicht auch nicht so gut ausgesehen, wenn man knallbunte Highlights verwendet hätte. Ich denke, das ist eine Frage der persönlichen Vorliebe.
Was den Bleistift angeht… Ich habe immer wieder gesagt, dass ich Bleistifte nicht für ein gutes Werkzeug halte, um etwas auf Dauer aufzuschreiben. Auf einem kleinen Post-its mag das kein Problem sein, da es nicht lange benutzt wird, aber in einem Notizbuch oder einem Kalender wie diesem würde ich einen verwischenden Stift nicht verwenden wollen. Ein Fineliner oder ein Kugelschreiber wäre meiner Meinung nach die bessere Wahl. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Rest der Box so großartig war, denke ich, dass es ein vergessenswertes Detail ist.

Alles in allem würde ich sagen, dass ich ziemlich froh bin, diese Box als meine letzte aus dem großen Abo bekommen zu haben, sie konnte die Enttäuschung der anderen leider nicht wettmachen, aber es war ein schöner Abschied. Der Kalender ist wirklich schön und kann mehrfach verwendet werden, je nachdem wie man ihn dekoriert. Ich habe in meinem nur die Geburtstage eingetragen, so kann ich mich viele Jahre an der Schönheit des Kalenders erfreuen.

Liebe Grüße
The Mad Hattress

Februar 2

Normalisierung von Gewalt gegen Kinder auf TikTok und anderen Videoplattformen

Das “Wirf einen Schuh” Klishee

Ich weiß, das ist eine gewagte Überschrift, aber hört mir erstmal zu. Ich habe zwar kein TikTok, aber ich benutze Instagram sehr viel und seit sie die Reel-Funktion “erfunden” haben, posten viele TikToker ihre Sachen auch dort. Ohne TikTok tatsächlich zu benutzen, habe ich also eine Vorstellung davon, wie die App funktioniert, und weiß, dass man damit viele verschiedene Dinge tun kann. Was als Plattform begann, auf der Menschen vor allem zu Melodien singen und tanzen, wird heute für Lernvideos, niedliche Haustiervideos und auch für komödiantische Videos genutzt. Auf letztere möchte ich mich heute konzentrieren, weil sie mir am problematischsten erschienen sind. Ich will niemanden verurteilen, ich will auch nicht, dass man jemandem nicht mehr folgt, ich will nur das Bewusstsein für dieses Thema schärfen, denn ich habe das Gefühl, dass viele Creator nicht wissen, welche Auswirkungen ihre Arbeit haben kann. Wenn ihr also daran interessiert seid, was ich zu sagen habe und was ich herausgefunden habe, ist dieser Beitrag für euch 🙂

Das Scrollen durch die Reels auf Instagram ist für mich zu einer Art Routine geworden, die ich automatisch beginne, wenn mir langweilig ist. Und ich liebe vor allem die coolen Kunstvideos, süße Haustiere zum Anschauen und ich lache auch über viele Videos mit einer komödiantischen Absicht dahinter. Aber wenn ich mir diese Videos so oft ansehe, fällt mir vor allem ein Klischee auf, das sehr oft und sehr naiv verwendet wird. Wenn ich eine Videosituation oder einen POV sehe, in dem die Beziehung zwischen Kind und Elternteil beschrieben wird, geht es oft darum, dass das Kind etwas “falsch” macht und der Erwachsene entweder aktiv Gewalt anwendet oder zumindest so tut, als würde er sie anwenden. Die komödiantische Idee dahinter scheint auf einer kollektiven Kindheitserinnerung an Eltern aufzubauen, die ihre Kinder verprügeln. Am häufigsten habe ich gesehen, dass ein Elternteil seine Schuhe oder Sandalen benutzt, um das Kind zu schlagen oder zu damit bewerfen.

In Deutschland, wo ich wohne, ist das Schlagen von Kindern eigentlich strafbar, und ich weiß, dass das nicht überall so ist. Aber ich denke trotzdem, ein unschuldiges Kind zu schlagen, um ihm etwas “begreiflich” zu machen, ist niemals der richtige Weg, mit einem Problem umzugehen. Es kann sogar zu einem Trauma beim Kind führen, physisch und psychisch, und es ist immer die bessere Option, darüber zu reden oder gewaltfreie Strafen wie Hausarrest zu wählen, um Kinder zu erziehen. Die Welt verändert sich, und ich denke, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, seine Kinder zu schlagen, und dass es in mehr Ländern verboten ist, als man denkt. Vor allem jetzt, wo Corona und die Familien gezwungen sind, länger zusammen in einem Haus zu wohnen, ist dieses Thema wieder öfter diskutiert.

Kinder im Alter von 12-17 Jahren nutzen TikTok wöchentlich

Das Problem, das ich mit dieser Art von Videos habe, ist nicht die kollektive Erinnerung, die dahinter steckt. Das ist ein Konzept, das in der Comedy oft verwendet wird. Wir lachen über etwas, weil wir es selbst erlebt haben, und haben diesen “Ja, das ist wahr!” –Moment, der uns oft amüsiert und uns in eine bestimmte Erfahrung zurückversetzt. Ich denke, bei Gewalt ist es eher eine Art dunkler Humor, gegen den ich im Allgemeinen nichts einzuwenden habe. Aber wenn wir bedenken, wer die Zielgruppe von Apps wie TikTok ist, nämlich vor allem junge Kinder und Jugendliche, sollten wir mehr darüber nachdenken, wie es auf sie wirkt. Denn wenn sie ein solches Verhalten sehen und Erwachsene darüber lachen, werden sie es für normal halten. Und wenn sie es für normal halten und selbst verprügelt werden, werden sie nichts dagegen unternehmen.

Ich glaube nicht, dass Kinder stark genug sein sollten, um sich körperlich und geistig gegen einen Erwachsenen zu wehren, aber in einer Situation wie dieser werden sie auch nicht um Hilfe bitten, weil sie befürchten könnten, ausgelacht zu werden, so wie die Leute über diese Videos lachen. Ich möchte also vorschlagen, dass die Leute, die diese lustigem Videos machen, innehalten und darüber nachdenken, ob sie eine Geschichte, die sie erzählen wollen, auf diese Weise darstellen müssen, oder ob es keine andere Möglichkeit gibt, die Botschaft zu vermitteln, ohne Gewalt für alle Kinder, die zusehen, zu normalisieren. Und auch, dass sie diese Art von Klischee nicht in Videos mit einer völlig anderen Bedeutung einbauen.

Seine Kinder zu schlagen scheint Teil der Popkultur geworden zu sein

Der eigentliche Grund, warum ich über dieses Thema hier in meinem Blog sprechen möchte, ist, dass ich festgestellt habe, dass dieses Klischee in einem völlig anderen Kontext verwendet wird. Anstatt eine Beziehung zwischen Kind und Eltern zu beschreiben, wurde es in einem POV für Squid Games verwendet. Im Grunde ging es in dem Video darum, wie Squid Games in Deutschland aussehen könnten und welche Art von Spielen gespielt werden könnten, und es wurde über das Überqueren der Straße gewitzelt. Zum Kontext: In Deutschland bleibt man als Fußgänger bei einer roten Ampel wirklich stehen und überquert die Straße erst, wenn die Ampel grün wird. Meistens, weil, wenn man das nicht tut, eine Mutter, ein Vater oder ein paar alte Leute auf einen zukommen und schimpfen und Sachen sagen wie “Denk an die Kinder und was sie tun werden, wenn sie sehen, dass du bei Rot über die Straße gehst.”, was im Zusammenhang mit diesem Beitrag besonders ironisch ist.

Anstatt gescholten zu werden, wie ich es gerade erwähnt habe, wurde die Person in dem Video tatsächlich von der Großmutter, die sie bei Rot über die Straße gehen sah, mit einem Schuh geschlagen. Und die Sache ist die: Die Botschaft hätte auch auf ganz andere Weise vermittelt werden können. Man hätte die Großmutter dazu bringen können, einen anzustarren, Laseraugen wie Superman zu animieren oder sie tatsächlich schimpfen zu lassen. Aber stattdessen entschied sich der Schöpfer des Films dafür, dieses Klischee zu verwenden, welches normalerweise mit dem Verprügeln von Kindern in Verbindung gebracht wird, weil dies als “lustige Sache” angesehen wurde. Und jetzt denkt mal an die Kinder und was sie denken werden, wenn sie uns über so etwas lachen sehen.

Als Creator hat man immer die Verantwortung, an sein Zielpublikum zu denken, und das wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Ich sehe viele Aktivisten, die über ihre Themen mit Trigger-Warnungen sprechen, oder Videos, die mit Untertiteln versehen sind, damit auch Gehörlose ihren Spaß daran haben können. Warum sollte man nicht darüber nachdenken, warum man Gewalt auf so einzigartige Weise porträtiert und ob es notwendig ist, wenn man das nächste Mal ein lustiges Video macht. Das ist alles, was ich mit diesem Beitrag erreichen möchte: dass die Leute ein bisschen mehr über ihr Handeln nachdenken und entsprechend handeln. Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hat, aber ich möchte versuchen, das Teilen unnötiger Gewalt zu stoppen, nicht nur für die Kinder, sondern für eine bessere Gesellschaft im Allgemeinen.

Liebe Grüße
The Mad Hattress

Januar 26

Sexismus in Videospielen

Kann man wirklich zwischen zwei gleichwertigen Optionen wählen?

Das ist ein ziemlich kontroverses Thema, ich weiß. Und ich möchte nicht über jedes kleine Detail über Dinge sprechen, die in Videospielen falsch gelaufen sind. Ich spiele sie selbst sehr gerne, was mich überhaupt erst dazu motiviert hat, diesen Beitrag zu schreiben! Denn ich habe Spiele wie Genshin Impact und die neuen Assassins Creed-Spiele selbst gespielt, bei denen man zwischen einem männlichen und einem weiblichen Hauptcharakter wählen kann, aber kann man das wirklich? Darauf möchte ich mich heute konzentrieren 🙂

Wenn ihr nach Genshin Impact oder nach einem der drei neuen Assassins Creed-Spiele sucht, sag mir, welche Bilder auftauchen. Nein, wirklich, tut es und kommt dann hierher zurück, nur damit ihr wisst, dass ich mir hier keine Geschichten ausdenke. Habt ihr es getan und seid zurückgekommen? Gut, vielen Dank. Dann nehme ich an, dass ihr das Artwork des Spiels und die Screenshots des Spiels und die offiziellen Werbebilder des Spiels gesehen habt, und auf den meisten davon war die männliche Version der Hauptfigur zu sehen, richtig? Ich spreche nicht von den Bildern, auf denen die Spiele darauf hinweisen, dass die Figur zwei Versionen hat, sondern nur von normalen Werbebildern, auf denen eine Version zu sehen ist. Bei Geshin und den Assasinen ist es immer der Typ mit den Hosen, ist das nicht seltsam?

Dieses kleine Experiment hat gezeigt, dass, obwohl die meisten Spiele heute die Möglichkeit bieten, zwischen zwei Geschlechtern zu wählen, das Zielpublikum immer noch männlich ist und welches angelich die männlichen Helden spielen möchte. Und das ist nur ein kleines Detail dessen, was mich an dieser Art von Spielen stört. Eine andere Sache ist die Art und Weise, wie man die Spiele spielt, was besonders im neuen Assains Creed-Spiel deutlich wird.

Weibliche Helden sind oft nur eine Kopie der männlichen – manchmal sogar zensiert

Wie ihr vielleicht wisst, spielen diese Spiele oft an historischen Orten in der Vergangenheit, oft zu Zeiten, in denen Frauen ganz anders behandelt wurden als Männer. Sat mir mir also, warum ich genau den gleichen Dialog habe, wenn ich eine Frau mit einer Axt spiele, wie ein Mann mit einer Axt. Denn wenn ich wirklich in der dargestellten Zeit wäre, müsste ich mit viel mehr Anmachen, nicht ernst genommen werden oder sogar versuchter Vergewaltigung umgehen. Ich denke nicht, dass diese Dinge die weibliche Version davon abhalten sollten, alles im Spiel zu tun, aber wenn man diese Option einbaut, sollte es sich echt anfühlen. Wenn ich also eine Frau spiele, muss ich vielleicht meine Stärke demonstrieren, damit mich ein Mann ernst nimmt, denn so war es leider einmal und ist es manchmal immer noch. Aber so wird es in Videospielen nicht dargestellt, denn das Hinzufügen einer weiblichen Version des Charakters ist keine durchdachte Entscheidung, sondern eine Sache, die man in diesen modernen Zeiten einfach macht, und man kopiert im Grunde einfach die Funktion, die man bereits für seinen echten Protagonisten programmiert hat.

Ein anderes Beispiel, das ich persönlich als großen Nachteil empfand, war das neueste Assasins Creed-Spiel Valhalla. Es war das erste AC-Spiel, in dem man sich verschiedene Arten von Tattoos auf den ganzen Körper machen konnte. Ich liebe diese Art der Individualisierung, und man hatte die Möglichkeit, für diese Tattoos zu bezahlen, und neue Tattoos kamen zusammen mit Story-Updates und neuer Ausrüstung für den Charakter heraus. Es war also weniger ein Gimmick als vielmehr ein neues Feature, das sie feiern wollten. Aber als Frau konnte man nicht alle Tattoos tragen oder sehen, da man bestimmte Kleidungsstücke nicht tragen konnte. Ihr fragt euch vielleicht, warum die weibliche Spielfigur keinen Zugang zu bestimmten Kleidungsstücken hat?
Nun, eigentlich ging es darum, wie wenig Kleidung die Figur tragen konnte. Die männliche Figur konnte mit nacktem Oberkörper losziehen und Leute umbringen, aber die weibliche Version musste immer eine Art Binder für ihre Brüste tragen. Nebenbei bemerkt war das Spiel Assasins Creed Vahalla das erste AC-Spiel, für das man 18 Jahre alt sein musste, um es zu kaufen, da dies das gesetzliche Mindestalter für Alkohol, Autofahren und alles andere in Deutschland ist. Es gab also keinen Grund, Erwachsenen den Anblick weiblicher Brustwarzen zu ersparen (die digital erstellt worden wären). Und bei einem Spiel wie diesem zählt Faulheit nicht als Entschuldigung.

Ein weiteres Problem mit genau dieser Spielmechanik, das wiederum zeigt, dass das Konzept überhaupt nicht durchdacht wurde, ist die Tatsache, dass man seinen Binder nicht aufwerten kann. Man kann alles andere in den Spielen aufwerten, einen Wolfsmantel mit Goldverzierungen, glänzende Stiefel, die schärfsten Waffen und sogar Schmuck tragen! Aber diee Spielfigur hatte nie die Möglichkeit, ihren alten Binder aufzuwerten, den sie schon zu Beginn des Spiels besaß. Dieser scheint nur ein weißes Tuch zu sein, das zusammen mit goldverzierter Kleidung lächerlich aussieht. Das bedeutet, dass im Grunde jedes Kleidungsstück, bei dem der männliche Charakter mit nackter Brust herumlaufen musste, so dass die großen Brusttattoos erst gut sichtbar wurden, in der weiblichen Version immer merkwürdig aussieht. Nicht nur, weil die Tätowierungen nicht in voller Pracht zur Geltung kommen konnten, sondern weil der alte Binder es so aussehen ließ, als hätte man eine Rüstung der Stufe 1 mit einer Rüstung der Stufe 60 kombiniert. Das wiederum erklärt wohl auch, warum es so wenig Werbung mit dem weiblichen Charakter für dieses Spiel gibt, denn der raue, kühle und rustikale Wikinger-Look, für den auch die Tattoos sehr wichtig waren, stand dem weiblichen Charakter einfach nicht gut. Was den Entwicklern aber egal war, denn wer spielt schon als weiblicher Wikinger, oder?

Fazit

Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht wütend wegen einiger Tätowierungen. Ich bin nicht wütend, weil ich nett behandelt werde, obwohl meine Spielfigur wie eine Person aussieht, die zu dieser Zeit vielleicht auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden wäre. Ich bin nicht wütend über den hübsch gestalteten männlichen Charakter, den ich jedes Mal sehe, wenn ich mein Genshin-Spiel lade. Ich bin wütend über das, was hinter all diesen Entscheidungen steckt: Ein Mann, der an andere Männer denkt, nicht an Frauen, die auch für die Spiele bezahlen, die Spiele spielen, die Spiele empfehlen und so weiter. Wir haben 50% der Gesamtbevölkerung, die weiblich ist, warum scheinen alle diese Tatsache zu vergessen oder absichtlich zu ignorieren?

Ich wünsche mir einfach ein Spiel, in dem verschiedene geschlechtsspezifische Charaktere vorkommen, und zwar nicht nur, um einige feministische Stimmen zu befriedigen oder irgendwie progressiv zu wirken, sondern um den Spielern tatsächlich verschiedene Möglichkeiten zu geben, die Geschichte zu erleben. Ich möchte spüren, wie mein Charakter kämpft, aber auch gedeiht, wenn es zum Setting des Spiels passt. Ich möchte mehr Möglichkeiten haben, meinen Charakter individuell zu gestalten, und zwar entweder mit exklusiven weiblichen und männlichen Gegenständen oder mit der Möglichkeit, alles von beiden auf befriedigende Art und Weise zu tragen. Kurz gesagt, ich möchte einfach, dass meine Charaktere gleichberechtigt sind, keine Kopie des anderen, keine zensierte Version. Wenn ein Entwickler der Meinung ist, dass nur ein männlicher Charakter zu seiner Erzählung passt, dann soll er nur einen einbauen. Aber wenn sie mehr Optionen einbeziehen wollen, dann sollen sie es richtig machen. Sie sollen an alle denken, die sie vertreten, nicht nur an die Männer. Ich bin eine Frau und liebe Videospiele, aber ich bin nur eine von vielen, vergisst uns nicht und ignoriert uns nicht. Denn wir spielen die Spiele nicht nur, sondern wir bezahlen auch für sie. Wenn das die Motivation ist, die die Leute heutzutage brauchen, damit sich etwas ändert…

Liebe Grüße
The Mad Hattress

Januar 19

Alles gut zum Geburtstag!

This image has an empty alt attribute; its file name is IMG_3243-1-1024x768.png

Mein Blog wird nun genau ein Jahr alt, mein erster Beitrag wurde am 19. Januar 2021 veröffentlicht 🙂 Herzlichen Glückwunsch an mich und vielen Dank an alle, die meine Beiträge gelesen, mit mir darüber gesprochen und mein kleines Projekt hier abonniert haben! Als ich anfing, wusste ich nicht wirklich, wo ich hin wollte. Ich wollte einfach nur über Dinge schreiben, die mir am Herzen liegen, mich mit anderen austauschen und vielleicht ein paar meiner Ansichten teilen. Nach einem Jahr denke ich, dass es einige Dinge gibt, die ich versuchen möchte, zum Besseren zu verändern. Ich möchte regelmäßiger posten, meine längeren Beiträge visuell besser strukturieren und die Webseite zu einem besseren Erlebnis für uns alle machen! Man könnte sagen, das sind meine Neujahrsvorsätze (oder zumindest einige davon) für 2022 😉

Der Start ins neue Jahr war für mich persönlich leider nicht so toll. Ich wollte eigentlich einen Beitrag über unsere Silvestertraditionen schreiben, aber wir sind nicht dazu gekommen, sie alle zu machen, weil wir einen tragischen Verlust in der Familie hatten. Da ich meine Privatsphäre wahren möchte, werde ich das vorerst nicht weiter erläutern, aber bitte habt ein bisschen Geduld mit mir, vor allem was meine Neujahrsvorsätze angeht und welche Art von Posts es in den nächsten Wochen geben wird.
Ich habe noch nicht entschieden, welche Abonnements ich beibehalten, welche ich kündigen oder welche ich neu abschließen werde. Ich habe auch noch nicht zu allen Abos, die ich im letzten Jahr begonnen habe, Rezensionen veröffentlicht, und ich kann auch nicht sagen, wann sie erscheinen werden. Wenn ihr euch also auf monatliche Rezensionen von Abonnement- oder Mystery-Boxen gefreut haben, könnte es eine Weile dauern, bis sich alles eingespielt hat. Aber wenn es soweit ist, hoffe ich, dass wir alle damit zufrieden sein werden 🙂

Außerdem wird es in Zukunft einige kommentarähnliche Beiträge geben, die ich eigentlich schon letztes Jahr geschrieben hatte, aber ich war nicht zufrieden damit, wie sie aussahen und wie sie strukturiert waren. Wie ihr vielleicht an meinem letzten Beitrag über Sexismus in Cartooning in Manga und Anime gesehen habt, habe ich bereits etwas Neues ausprobiert. Zögert nicht, mir mitzuteilen, wie es euch gefallen hat! Einige ähnliche Beiträge werden vielleicht bald folgen, da ich sie, wie gesagt, im Grunde schon vor Monaten vorbereitet habe und es für mich etwas einfacher ist, sie fertigzustellen und hochzuladen, als mir jetzt etwas völlig Neues einfallen zu lassen. Dennoch werden diese Beiträge über einige Themen sprechen, die mir sehr wichtig sind, also sind sie nicht schlecht (hoffe ich), sondern einfach anders als die Beiträge, die ihr hier gewohnt seid zu sehen. Aber ich verspreche, dass es auch in Zukunft unbeschwerte Beiträge und Rezensionen geben wird!

Das Bild am Anfang habe ich selbst gezeichnet und ich bin sehr froh über die Fortschritte, die ich bisher gemacht habe. Das Zeichnen von Menschen fällt mir immer noch schwer, aber ich habe in den letzten Wochen einige wirklich nützliche Tipps und Tricks für das digitale Zeichnen gelernt! Sicherlich werde ich euch in einem der nächsten Beiträge mehr darüber erzählen. Momentan überlege ich noch, ob ich einen neuen Instagram-Account nur für meine Kunst einrichte, wenn ich das mache, werde ich es euch wissen lassen 😉 Vielleicht werde ich sogar noch ein paar weitere Zeichnungen hier posten, wir werden sehen 😛

Und zu guter Letzt habe ich euch noch etwas gaaaaanz Spannendes zu erzählen! Da die meisten meiner regelmäßigen Zuschauer hier eigentlich einige die Brieffreunde sind, die ich über die App “Slowly” kennengelernt habe, weiß ich von vielen, dass sie Deutsch lernen wollen^^ Ich bin selbst kein Lehrer, aber sie haben mir gesagt, dass der Austausch von Briefen mit mir auf Deutsch von Zeit zu Zeit wirklich hilfreich ist 🙂 Also habe ich beschlossen, dass ich zumindest versuchen will (wir werden sehen, wie gut es später funktioniert xD), meine Beiträge sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch zu schreiben! Ich werde sehen müssen, in welcher Reihenfolge ich die späteren Beiträge aktualisieren werde, hoffentlich werden alle Beiträge in Zukunft in beiden Sprachen verfügbar sein. Vielleicht ist es für euch einfach interessant, zwischen beiden Sprachen zu wechseln und zu versuchen, etwas Deutsch zu verstehen 😉 Oder vielleicht ist es wirklich hilfreich für euren Lernfortschritt! So oder so, ich freue mich sehr darüber, es als ein weiteres Feature für meinen Blog im Jahr 2022 eizuführen!

Liebe Grüße
The Mad Hattress

Januar 19

Sexismus beim Lernen vom Zeichnen von Cartoons, Manga und Anime

Mein künstlerischer Werdegang

Ich war schon immer fasziniert von Menschen, die zeichnen können, und lange Zeit dachte ich, das sei ein Talent, mit dem man geboren werden muss, um tatsächlich erstaunliche Kunst zu schaffen, wie wir sie in Comics, Manga, Cartoons und Anime sehen. Aber mit dem Aufkommen von Corona und der Zeitersparnis, die ich dadurch hatte, dass ich zum Beispiel nicht mehr zur Universität und zurück fahren musste, wollte ich diese neu gewonnene Zeit nutzen, um neue Fähigkeiten zu erlernen oder mir vielleicht ein paar weitere Hobbys zuzulegen. Das Zeichnen oder besser das Erlernen des Zeichnens wurde zu einer Idee, die sich in meinem Kopf manifestierte und mich bis zu dem Punkt quälte, an dem ich schließlich begann, es einfach auszuprobieren.

Mein Ziel ist es, meine eigenen Geschichten zu erzählen, mit ansprechenden Charakteren, interessanten Hintergründen und einfach ausdrucksstarker Kunst im Allgemeinen. Ich möchte, dass es eine Mischung zwischen westlichen Comics und östlichen Mangas ist, aber natürlich habe ich meinen endgültigen Stil noch nicht gefunden 😉 Um besser zu werden, schaue ich mir derzeit viele Tutorials auf Youtube an, wie man Augen, Münder, Nasen und Gesichter im Allgemeinen zeichnet, denn irgendwo muss ich ja anfangen xD Und während ich mir diese verschiedenen Tutorials von verschiedenen Künstlern anschaue, taucht immer wieder etwas auf, das mir einfach nicht gefällt, und deshalb habe ich das Bedürfnis, hier darüber zu sprechen: Gender und Sexismus.

Nur als Vorwarnung: Ich möchte nicht über sexistische Handlungsstränge und Charaktere in Cartoons oder Anime sprechen, denn das ist ein ganz anderes Thema, mit dem ich mich vielleicht an einem anderen Tag befassen werde xD Worüber ich sprechen möchte, beschränkt sich ausschließlich auf die Art und Weise, wie Menschen im Comic- oder Manga-Stil zeichnen und wie man ihnen beibringt, andere Menschen zu zeichnen. Fangen wir mit den leichten Sachen an und enden bei den sehr problematischen 😉

Weibliche und männliche Attribute

Das Erste, was mir in diesen Videos aufgefallen ist, ist, dass es eine deutliche Trennung zwischen dem Zeichnen eines männlichen und eines weiblichen Charakters gibt. Und ich verstehe, dass es irgendeine Art von Hinweis geben muss, an dem man sich orientieren kann, als Richtlinien. Wenn also ein Künstler eine seiner Figuren als weiblich darstellen möchte, sollte er das tun können. Aber einige der Dinge, die gelehrt werden, finde ich ein bisschen falsch.

Zum Beispiel die Tatsache, dass die beiden größten Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Figuren Wimpern und Lippen sind, die weibliche Figuren bekommen welche, männliche aber nicht. Doch als echte Menschen wissen wir alle, dass diese Merkmale nicht geschlechtsspezifisch sind, männlich und weiblich gelesene Menschen haben beide diese Merkmale und sie unterscheiden sich nicht voneinander. Es gibt noch andere Faktoren, wie z. B. bestimmte Gene, die BIPOC größere Lippen verleihen, manche haben von Natur aus rote Lippen, andere haben die gleiche Farbe wie ihre Hautfarbe. Aber auch hier ist der Faktor nicht das Geschlecht, sondern die allgemeinen Gene. Das Gleiche gilt für die Wimpern: Manche Menschen haben von Natur aus längere Wimpern, andere haben kürzere oder dünnere Wimpern, wodurch sie weniger sichtbar sind.

Natürlich wissen wir das alle, und ihr denkt euch jetzt vielleicht: Diese Merkmale sind bei Frauen ausgeprägter, weil sie bekanntermaßen häufiger Make-up tragen, vor allem in der Vergangenheit. Und da muss ich euch bis zu einem gewissen Grad zustimmen. Ich bin sicher, dass dieses Phänomen beim Zeichnen daher kommt, aber wir müssen uns die Frage stellen: Warum verwenden oder reproduizieren wir diese Art von Stil immer noch? In der heutigen Zeit allen Geschlechtern erlaubt ist, sich zu schminken, und wenn das in der Vergangenheit der Fall gewesen wäre, dann hätten es auch sicher viel mehr Männer getan.

“Ich zeichne Karikaturen, keine echten Menschen!”

Ich weiß, dass viele Leute an dieser Stelle sagen würden: Das sind doch keine völlig realistischen Figuren, und man muss da schon einen Unterschied zwischen ihnen machen. Es ist doch ganz normal, dass man Wimpern oder dicke Lippen sieht und erwartet, dass sie zu einer Frau gehören, oder? Aber die Sache ist die: Für uns ist es nur normal, weil wir es tausendfach reproduziert sehen. Es ist nicht in Stein gemeißelt in der Art und Weise, wie unser Gehirn verdrahtet ist, es ist eine von Menschen gemachte Sache, und es kann geändert werden, indem Geschlecht anders dargestellt wird. Zum Beispiel werden Piraten oft mit Eyeliner dargestellt, so dass es für viele Menschen völlig in Ordnung ist, wenn männliche Piraten Make-up tragen, weil sie es so oft gesehen haben, dass es für sie normal geworden ist. Das heißt, wenn man ihnen oft genug andere Arten von Make-up an Männern zeigen würde, würde auch das irgendwann normal werden.

Da ich so lange über dieses Thema nachgedacht habe, möchte ich hier einige Merkmale nennen, die wir in Zukunft bei der Zeichnung verschiedener Geschlechter verwenden sollten, da sie oft (aber nicht immer) auf dem Geschlecht basieren, mit dem eine Person geboren wird. Die Gesamtform des Körpers einer Frau ist geschwungener, sie hat zum Beispiel größere Hüften, und wenn sie an Gewicht oder Muskeln zunimmt, zeigt sich das an anderen Stellen als bei der Zeichnung eines Mannes. Männer sind sozusagen kantiger, weniger rund, und auch Gewichts- und Muskelzuwächse zeigen sich in ihrer Anatomie anders. Und natürlich muss man bei nicht-realistischen Stilen nicht jeden Muskel zeigen, aber man kann sich vor Augen halten, dass der Körper eines Mannes anders geformt ist als der einer Frau, und das kann man nutzen, um seine Botschaft als Künstler zu vermitteln. Ich bin sicher, das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, aber es zeigt, dass Veränderung nicht unmöglich ist.

Die Rolle der Frau als Objekt

Dieser Beitrag ist schon etwas länger, aber ich möchte noch auf eine andere Sache eingehen, die mir aufgefallen ist, und es wird viel schneller gehen, darüber zu sprechen, weil es leider etwas ist, mit dem alle Frauen sehr vertraut sind. Wenn ich den meist männlichen Lehrern auf YouTube zuhöre, die darüber sprechen, wie man weibliche Charaktere zeichnet, verwenden sie oft Worte wie “verführerisch”, “sexy” und “erotisch“. Aber wenn ich lernen will, wie man einen Mund zeichnet, warum muss ich dann lernen, wie man ihn verführerisch zeichnet? Warum müssen Augen sexy sein? Nur zur Erinnerung: Das waren grundlegende Anleitungen. Ich habe nichts gegen Kunst, die verführerisch ist, und ich bin sicher, dass es auch Tipps und Tricks gibt, wie man solche Kunst schafft, die sehr hilfreich sind. Aber ich verstehe einfach nicht, warum man so etwas einem Anfänger beibringen sollte.

Außerdem, warum werden diese Worte nur verwendet, wenn es um weibliche Merkmale geht? Können die Augen von Männern nicht auch sexy aussehen? Ich bin eine bisexuelle Frau, ich verstehe die Anziehungskraft anderer Frauen, aber auch das ist nichts, wonach ich suche, wenn ich nach Grundlagentutorials suche. Wir können das nicht damit rechtfertigen, dass diese Lehrer männlich sind und sich zu weiblichen Menschen hingezogen fühlen, weshalb sie die Sprache so verwenden. Sollen sie nur andere cis-männliche Menschen unterrichten, die Kunst lernen, und wir sollen glauben, dass sie so kommunizieren und deshalb “verstehen”, dass die Lehrer “es nicht so gemeint haben? Weil YouTube für jeden zugänglich ist. Zeichnen ist für jeden zugänglich. Kunst ist etwas, das von jedem geschaffen werden kann. Also macht es auch für jeden zugänglich. Und denkt daran, wie sich 50 % der potenziellen Zuschauer fühlen werden, wenn ihr nicht aufhören können, über die Linien zu fantasieren, die Sie zeichnen müssen, um eine weibliche Figur zu schaffen.

Fazit

Ich bin mir nicht sicher, ob hier ein wirkliches Urteil gefällt werden kann, denn ich kann die Art und Weise, wie Menschen etwas lehren, nicht in der Weise bewerten, wie ich ein Buch oder einen Film bewerten kann. Aber ich denke, dass es hilfreich ist, sich zu äußern, wenn man solche Dinge bemerkt. Denn wenn wir das nicht tun, werden sich die Dinge nie ändern. Ich erwarte nicht, dass dieser Beitrag viral geht oder dass diese Lehrer ihn zufällig lesen, aber wenn nur ein paar Leute anfangen, ähnliche Verhaltsweisen in Videos, die sie sich ansehen, oder in Unterrichtsstunden, die sie sich anhören, zu bemerken und sie ansprechen, haben wir schon einen Fortschritt gemacht 🙂 Es war für mich einfach sehr seltsam zu sehen, dass sich so etwas in so vielen Jahren nicht wirklich geändert hat, dass Künstler von vor über 50 Jahren immer noch referenziert und kopiert werden. Nicht, dass ich nicht denke, dass wir die alten Künstler nicht ehren sollten! Ich denke nur, dass es mit der neuen Zeit auch neue Künstler und neue Arten zu zeichnen geben wird und dass wir uns vielleicht mehr auf diese konzentrieren sollten. Geht mit der Zeit und erforscht neue Möglichkeiten^^

Liebe Grüße
The Mad Hattress

Januar 18

Buchrezension zu “Fangs” by Sarah Andersen

Photo of the book Fangs by Sarah Andersen, with the main charackter in a black dress with a black frame around it and a red backround.

Klappentext:
New York Times-Bestseller Liebesgeschichte zwischen einem Vampir und einem Werwolf von der Schöpferin der beliebten Sarah’s Scribbles Comics.
Die Vampirin Elise ist dreihundert Jahre alt, aber in all dieser Zeit hat sie nie einen Gleichgesinnten getroffen. Das ändert sich eines Abends in einer Bar, als sie Jimmy kennenlernt, einen charmanten Werwolf mit einem schrägen Sinn für Humor und einer Vorliebe dafür, bei Vollmond durch die Gegend zu streifen. Gemeinsam genießen sie Horrorfilme und Gruselromane, schattige Spaziergänge, gutes Essen (allerdings nie mit Knoblauch) und eine echte Vorliebe für die ungewöhnlichen Gewohnheiten, den makabren Lebensstil und den monströsen Appetit des anderen.
Fangs wurde zuerst als Webcomic-Serie auf Tapas veröffentlicht und beschreibt den Humor, die Süße und die Unbeholfenheit, wenn man jemanden trifft, der perfekt zu einem passt, aber auch ganz anders ist. Diese Deluxe-Hardcover-Ausgabe von Fangs zeichnet sich durch einen roten Stoffeinband, gefärbte schwarze Seitenränder und 25 exklusive Comics aus, die bisher nicht online zu sehen waren. Gefüllt mit Sarah Andersens wunderschönen Gothic-Illustrationen und dem typischen Beziehungshumor, hat es das Zeug zum Kultklassiker.

Verlag: Simon + Schuster Inc.
Veröffentlichung: 1. September 2020
Länge: 112 Seiten
Genre: Cartoon / Comic
Verkaufspreis: 11,59€ on Amazon

Photo of two pages from the book. On the left it's the main vampire characker getting dressed infront of the mirror, but the mirror only shows her floating clothing not the rest of her. On the right are 5 diffrent penals. 1.: The werwolf man and the vampire lady are going for a walk, the vampire asks "If you can speak to wolves, how about dogs?", he answers "them too". 2: Picture showing the werewolf man walking alone, seeng a dog in a hand bag with the word "earlier" in the left corner. 3: Zoom in on the dog, it's a Chihuahua. He looks happy and content. 4: The werwolf man is going near the dog, looking at him funny. 5: He is telling the dog "You're a discgrace".

Worum geht es?
Die Geschichte dreht sich um Elsie, einen 300 Jahre alten Vampir im Körper einer 26 Jahre alten Frau, und ihren Freund, der zufällig ein Werwolf ist. Es ist nicht wirklich eine durchgehende Geschichte, die erzählt wird, wir bekommen nur einen Einblick in das Leben zwischen zwei verschiedenen Arten von Monstern, während wir mit Stereotypen aus Filmen spielen und wie wir uns vorstellen, dass sich solche Monster im täglichen Leben verhalten würden 😉 .

Rezension:
Comics und Cartoons gibt es schon seit geraumer Zeit, aber ich glaube, sie sind mit dem Aufkommen der Webcomics im Internet noch populärer geworden! Sie haben die Art und Weise, wie Comics und Cartoons geschrieben werden, verändert, um ein modernes Publikum anzusprechen, und das war der Zeitpunkt, an dem sie auch mich mit ihren Geschichten zu fesseln begannen 😉 Sarah Andersen, besser bekannt als die Autorin von Sarah’s Scribbles, ist seit 2011 eine dieser modernen Cartoonisten. Ich lese ihre lustigen Cartoons schon seit Jahren sehr gerne und als ich hörte, dass sie ein Buch mit VAMPIREN darin gemacht hat, musste ich es mir unbedingt holen!

Die Geschichte begann auf Tapas, einer Website, die sich der Veröffentlichung von Webcomics und Illustrationen widmet 🙂 Ich habe es dort nicht gelesen, aber ich habe gehört, dass die Geschichte nicht abgeschlossen war! Wenn du also in Erwägung ziehst, es dort zu lesen, weil es kostenlos ist, kannst du das natürlich tun und es ist eine tolle Leseprobe, aber du wirst nicht wissen, wie die Geschichte zwischen dem süßen Paar enden wird. Außerdem ist es eine tolle Sache, seine Lieblingskünstler zu unterstützen und das Buch ist nicht so teuer, also wenn ihr das Geld habt, empfehle ich euch, das Hardcover zu kaufen^^

Ein weiterer Grund, das Buch zu kaufen, ist die schöne Gestaltung. Der Einband ist mit rotem Stoff bespannt, als Hommage an die alten Dracula-Bücher, was ich absolut liebe! Die schwarz eingefärbten Seitenränder machen es noch spezieller und verstärken die ganze Gothic-Stimmung. Die dicken Seiten haben eine matte Oberfläche, die sich sehr angenehm in den Händen anfühlt. Ich liebe es wirklich und bereue es überhaupt nicht, es für meine kleine Bibliothek gekauft zu haben 🙂

Die Geschichte ist ganz anders als die aus ihren Sarah’s Scribbles Comics, sie ist immer noch sehr lustig, aber sie hat eine viel düsterere Stimmung. Der Stil des Comics ist auch ganz anders, aber auch auf eine gute Art und Weise. Ich glaube nicht, dass man mit den eher witzigen aussehenden Figuren, die Andersen für ihre halb-autobiografischen Comics verwendet, dieselbe Geschichte hätte erzählen können. Für mich passte alles sehr gut zusammen, der Zeichenstil, die Gestaltung des Buches und die Geschichte, die erzählt wird.

Fazit:
Das Lesen des Buches hat nicht so lange gedauert, das ist die einzige Beschwerde, die ich darüber habe 😛 Aber die Comics kann man immer wieder genießen und die Aufmachung des Buches ist wunderschön und es allein zu Hause zu haben ist ein Plus! Ich freue mich auf mehr von dieser Künstlerin, am liebsten mehr Vampir-Inhalte 😉 Daher gebe ich dem Buch 4 von 5 Comics!

Rating of the book shown with the book: 4 out of 5 books are colored.